Strawberry Sauce Forever.

Zum Aufblühen: Erdbeeren, Vanille und Cumbia

Sie sind wieder da: Frische Erdbeeren aus heimischen Gefilden. Auch wenn mich hochmotivierte Hobby-Botaniker immer wieder darauf aufmerksam machen, dass sie genau genommen zur Familie der Rosengewächse zählen und botanisch zu den Sammelnussfrüchten gehören, bleiben es für mich Beeren.

Und egal, ob ich sie pur, als Obstsalat oder im Eisbecher verschlinge, sie schmecken nicht nur ausgezeichnet. Sie enthalten auch noch viel Vitamin C, Folsäure und kommen darüber hinaus fast ohne Kalorien aus. Gibt es etwas Besseres, als Erdbeeren im Mai?

Je nach Sorte gönne ich sie mir pur oder mariniert. Aber eigentlich ist es diese Erdbeersauce, die mich jedes Jahr wieder aufs Neue entzückt. Niemals würde ich auch nur einen Tropfen von ihr in der Schüssel zurücklassen.

Das sollen Nüsse sein? Egal wie, ich liebe Erdbeeren im Mai!

Ohne Soß‘ nix los
Schöner Nebeneffekt: Für die Sauce brauchen Sie keine Prachtstücke. Hier tun auch alle von Schnecken angeknabberten, überreifen oder schrägen Exemplare ihren Dienst. In der Sauce werden sie alle gleich, selbst die Ungustln unter den Erdbeeren.

Die Sauce ist so fruchtig und aromatisch, dass ich sie auch solo löffle. Aber gegen einen großen, sehr großen Löffel Vanillemousse ist natürlich nichts einzuwenden. Und mit dieser feinen, luftigen Crème beginnen wir gleich.

Vanille ist ein absolutes Mousse
Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Vanilleschoten aufschneiden und Mark auskratzen. Eier trennen, Dotter mit Zucker und Vanillemark in einem Rührkessel über Wasserdampf schaumig schlagen. Vom Dampf nehmen und zur Abkühlung wenige Minuten weiterrühren.

Ein Schuss Rahm in einem Topf leicht erwärmen, ausgedrückte Gelatine darin auflösen und unter die Dotter-Zucker-Masse rühren. Rahm steif schlagen. Ein Teil des Rahms gut in die Dotter-Zucker-Masse einrühren, den Rest vorsichtig mit dem Schneebesen unterheben, in eine Auflaufform füllen, abdecken und ein paar Stunden kühlstellen.

Eine Schüssel Mousse mit ganz viel Vanille auf dem Weg in den Kühlschrank.

Resteverwertung deluxe
Die ausgekratzten Vanilleschoten sollten Sie gleich in ein großes Vorratsglas mit Zucker geben. Daraus entwickelt sich nach einiger Zeit feiner Vanillezucker. Und aus dem Eiweiß können Sie Schneenockerln zubereiten, ein wunderbares Retro-Dessert. Sie können mit der Vanillemousse zwar nicht mithalten, sind aber auch ein passabler Begleiter der Erdbeersauce.

Dazu das Eiweiß in der Küchenmaschine steif schlagen, währenddessen den Zucker einrieseln lassen. Wenn Sie einen Teil des Zuckers durch den Erdbeer-Vanille-Zucker (siehe April-Rezept) ersetzen, schmecken die Nockerln übrigens besonders frühlingshaft.

Die Milch mit derselben Menge Wasser erhitzen, aber nicht kochen – es genügt eine Temperatur von rund 80°C. Mit zwei Löffeln Nockerln aus der Eiweiß-Zucker-Masse formen und in der Milch-Wasser-Mischung ziehen lassen, dabei nach 2-3 Minuten wenden. Herausheben und auf einem Teller zwischenlagern, ehe die Schneenockerln als Einlage auf der Erdbeersauce serviert werden.

Hochanständige Eiweiß-Resteverwertung: Schneenockerl mit Erdbeerzucker

Endlich Erdbeeren
Nun aber endlich zur Hauptsache unter den Nebensachen, zur Erdbeersauce. Die Erdbeeren zuputzen und in Stücke schneiden. Zucker in einem Topf vorsichtig erhitzen, bis er schmilzt. Mit dem Zitronensaft ablöschen und umrühren, bis der fest gewordene Zucker wieder zergeht.

Erdbeeren dazu geben, durchrühren und wenige Minuten köcheln lassen. Optional mit einem Schuss Orangenlikör oder dem Saft sowie der Vanille verfeinern. Mit dem Stabmixer pürieren. Die Sauce schmeckt lauwarm am besten. Sie eignet sich auch zum Einfrieren.

Mit einem Löffel Nocken von der Mousse abstechen und auf der Sauce servieren. Ich streue gerne noch ein paar gehackte Pistazien darüber. Die Kombination aus Erdbeer und Vanille ist großartig. Wenn dann aber auch noch der Cumbia-Sound von LA LOM mit ins Spiel kommt, lässt sich das frühlingshafte Aufblühen kaum mehr verhindern.

Zwischen Blüten versteckt sich das beste Frühjahrs-Dessert.

Westküsten-Sound
Meine Tochter hat mir kürzlich den Tipp gegeben: Papa, hör Dir LA LOM an. Du magst doch Calexico und Hermanos Gutierrez, die werden dir gefallen! Und sie hat recht. LA LOM ist die Abkürzung für „Los Angeles League of Musicians“. Zac Sokolow an der Gitarre, Jake Faulkner am Bass und Nicholas Baker am Schlagzeug traten mehrere Jahre gemeinsam im historischen Roosevelt Hotels am Hollywood Boulevard auf, bevor sie endlich in die öffentlichen Konzertsäle wechselten.

Hört man den instrumentalen Retro-Mix aus Cumbia, Surf-Rock und 60er-Soul, etwa bei Angels Point oder Llorat geht man unweigerlich ins frühlingshafte Mitwippen über. Menschliche Tipps für echte Musik sind mir allemal lieber als künstliche Algorithmen, die mich zu KI-Sound führen.

Zutaten:
Erdbeersauce: 500 g Erdbeeren, 2 EL Zucker, Saft einer Zitrone. Zur geschmacklichen Erweiterung außerdem ein Schuss Orangenlikör und/oder Saft einer Orange sowie ein bisschen Vanillezucker oder -Essenz.

Vanillemousse: 500 ml Rahm, 5 Eidotter, 130 g Zucker, 3 Vanilleschoten, 4 Bl. Gelatine 

Schneenockerl: 5 Eiweiß, 250 ml Milch, 150 g Zucker (idealerweise eine Mischung aus Zucker und Erdbeer-Vanille-Zucker, siehe April-Rezept)

Musiktipp:
Album „The Los Angeles League of Musicians“ von LA LOM aus dem Jahr 2024, Label Verve

Post Author: Dan

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