Kleinkarierte Pilze.

Mir kommt vor, dass derzeit Kleinkariertes wie Pilze aus dem Boden schießt. Doch während ich das Biedere in meiner Jugend dem konservativen Spektrum zuordnete, scheint das progressive Lager in der Spießigkeits-Skala inzwischen deutlich aufgeholt zu haben.

Da werden Zeigefinger gehoben, wenn sich einmal ein Stück Fleisch auf den Teller verirrt, und Nasen gerümpft, wenn bei Pippi Langstrumpf eine politisch unkorrekte Bemerkung fällt. Manche klagen schon über Unwohlsein, wenn einmal auf die genderkorrekte Anrede vergessen wird. Da herrscht mancherorts eine seltsame Strenge.

In vielen moralischen Appellen steckt ein wahrer Kern. Doch sie nerven irgendwann auch. Und erreichen meist das Gegenteil. Wie manch gut gemeinter Ratschlag, den ich den Kindern mit auf den Weg gebe. „Chill‘ doch“, heißt es dann, „entspann Dich, Papa“. Diese sommerliche Empfehlung gebe ich hiermit an die Probelokal-Gäste weiter. Verbunden mit einem herzhaften Feriengericht: Gegrillten Pilzen und Jungzwiebeln auf Paprikahummus.

Erster Schritt zum Glück: Paprika grillen

Hummus ist ein Muss
Für den Hummus die Paprika in breite Streifen schneiden und beidseitig in etwas Öl anrösten. Kleinschneiden und in einer Schüssel mit den weiteren Hummus-Zutaten mit dem Stabmixer fein pürieren. Zur Verbesserung der Konsistenz ein paar Löffel Wasser einmixen. Mit ein wenig fein gewürfelter Paprika garnieren.

Sie können die Pilze und die Jungzwiebeln nun auf dem Grill, in der Bratpfanne oder, wie ich, in der Grillpfanne am Herd zubereiten. Die Grillpfanne ist mit Abstand die meistgenutzte Pfanne im Probelokal. Sie erfüllt seit vielen Jahren ihren Dienst, ist schwer wie Blei, unzerstörbar und äußerst bequem: Ich erspare mir dank ihr das Hantieren mit Holzkohle oder Gas. Da werden Brote getoastet, Gemüse gegrillt oder ein Stück Rinderhuft gebraten. Eine Küche ohne meine Grillpfanne ist unvorstellbar.

Die Grillpfanne ist das wichtigste Utensil im Probelokal.

Jungzwiebeln zuputzen und etwas kürzen, Pilze in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden und auf einer Seite vorsichtig rautenartig einschneiden. Dadurch werden sie gleichmäßig gegart und es entsteht ein appetitliches Grillmuster. Dann die Zwiebeln und Pilze beidseitig grillen oder braten.

Das Gemüse nimmt ein Bad in der herzhaften Marinade.

Währenddessen die Marinade zubereiten – ich verwende den Stabmixer gleich nochmals und verwandle Olivenöl, Zitronensaft, Knoblauch, Salz und Zitronensaft in ein sommerliches Geschmackswunder. Dort hinein lege ich dann das gegrillte Gemüse. Letztlich noch Brot anrösten und ebenfalls mit der Marinade einpinseln, gemeinsam mit Pilzen, Zwiebeln und Hummus servieren.

Ein Lieblingsgericht für den Sommer

Momma macht Musik
Zu diesem sommerlichen Geschmackserlebnis gehört natürlich ein Album mit frischer Musik. Überall ist zu lesen, dass die Rockmusik gerade ein Comeback erlebt. Im Probelokal war er nie weg, und auch Neil Young sagte einmal: Rock & Roll can never die. Vielleicht liegt das auch an neuen Bands wie „Momma“ aus Brooklyn, die gefälligen Indie-Rock spielt. Besonders das Lied Stay All Summer passt wunderbar zu diesen Wochen.

Zutaten:
500 g Kräuterseitlinge, 1 Bund Jungzwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 4 EL Olivenöl, 2 EL Zitronensaft, Salz und Pfeffer, Brot; für den Paprikahummus: 400 g gekochte Kichererbsen, 2 TL Tahin, 1 rote Paprika, 1 Knoblauchzehe, 4 EL Olivenöl, 2 EL Zitronensaft, gemahlener Kreuzkümmel, Paprikapulver, Salz, Pfeffer

Musiktipp:
Album „Welcome to My Blue Sky“ von Momma aus dem Jahr 2025, Label Polyvinyl und Lucky Number

Post Author: Dan

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